O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 397/01/HP4

Ohne das unangenehme Fischaroma von Fischölen profitieren

Es ist bekannt, dass Herzkrankheiten bei Bevölkerungen, die viel fettigen Fisch wie z.B. Forelle oder Lachs essen, selten sind. Der positive Effekt ist offenbar auf die Fischöle zurückzuführen, die langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (n-3 PUFAs), wie Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), enthalten. Neben ihrer risikomindernden Funktion für koronare Thrombosen und Arteriosklerose, sind einige n-3 PUFA in der frühkindlichen Entwicklung bedeutend, z.B. in der Entwicklung des Nervengewebes und der Retina.
Der pro Kopf Fischkonsum - besonders an fettigen Fischen - ist in vielen Ländern gering und die Einnahme von Fischölsupplementen wenig reizvoll. Erste Versuche Fischöle Lebensmitteln zuzusetzen blieben aufgrund des unangenehmen Fischaromas erfolglos.
Das hier vorgestellte und inzwischen abgeschlossene FAIR Projekt verfolgte deshalb folgende 3 Ziele:

Es wurde erfolgreich ein Verfahren entwickelt, dank dessen n-3 PUFAs verschiedenen Produkten (Brot, Kekse, Suppe, Kleinkindermilchzubereitung) zugesetzt werden konnte und deren Geschmack akzeptabel bleibt. Bioverfügbarkeitsstudien wurden in Form von Ernährungsstudien mit Erwachsenen durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, dass das neue Zusatzverfahren, bei dem n-3 PUFAs in Form einer getrockneten Ingredienz spezifischen Lebensmitteln zugesetzt wurden, ebenso gute Ergebnisse in bezug auf die Zufuhr von n-3 PUFA und in Folge auf den Plasmaspiegel zeigte, wie die Einnahme von Fischölkapseln. Damit besteht neben Supplementen und Frischfisch eine Alternative, um die Aufnahme von Fischöl zu steigern.
Die Dose-Response Studie ergab, dass eine Minimaldosis von 0.9g/Tag n-3 PUFA notwendig ist, um die Triglyceridspiegel zu senken. Bei dieser Dosis kommt es zu keiner weiteren LDL-Cholesterol (LDL-C) Oxidation und die Plasma-Gesamt- und LDL-C-Spiegel bleiben praktisch unverändert. Es gab eine klare Dose-Response Beziehung zwischen den in nur geringen Mengen zugesetzten n-3 PUFA und dem daraus resultierenden Anstieg von sowohl LDL n-3 PUFA Gehalt und den EPA-Spiegeln der Blutplättchen-Phospholipide. Eine Dosis von nur 0.9g/Tag reduzierte die Plasma-Triacylglycerol Konzentration um 0.24mmol/l, was einer theoretischen Risikoreduktion für kardiovaskuläre Erkrankungen von 8-18% entspricht. Gleichzeitig stiegen die HDL-Cholesterol Spiegel (HDL-C, sog. gutes Cholesterol) bei einer Dosis von nur 0.3-0.9g n-3 PUFA signifikant an. Es besteht eine starke, inverse Beziehung zwischen HLD-C Konzentration und Sterblichkeit an koronarer Herzkrankheit (KHK). In dieser Studie entspricht die Erhöhung des HDL-C einer theoretischen KHK-Risikoreduktion von 11-16%.

Frühere Studien zeigten, dass n-3 PUFA einen anti-thrombotischen, Herz schützenden Effekt haben. Die vorliegende Studie zeigte jedoch bei niedrigen Dosen keine Wirkung auf das Auftreten von Koagulation und Fibrinolyse (z.B. Plasmafibrinogen und Faktor VII). Insgesamt zeigen die Studienresultate, dass der Zusatz von Fischölingredienzien zu schmackhaften Lebensmitteln trotz geringer Mengen an n-3 PUFAs positive gesundheitliche Effekte bewirkt.

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