O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 424/01/HP13

Bieten Synbiotika Schutz gegen das kolonrektale Karzinom?

Der Darm agiert als Schnittstelle von Ernährung und lebenserhaltenden Stoffwechselvor-gängen. Folglich werden viele neue Functional Food im Bereich der intestinalen Mikroflora entwickelt. Pro- und Prebiotika sind aktuelle Schlagwörter, wenn es um Gesundheit und Ernährung geht. Probiotika sind lebende "freundliche" Bakterien, während Prebiotika (wie z.B. das nichtverdauliche Oligosaccharid Inulin) das Wachstum solcher freundlichen Bakterien im Dickdarm fördert. Synbiotika ist die Kombination von Pro- und Prebiotika.
Das kolonrektale Karzinom ist eine der Hauptursachen für den frühzeitigen Tod vieler Erwachsener in Europa. Jede Verbesserung dieser Situation ist im Sinne der Fachkräfte im Gesundheitswesen. Es gibt bereits einige vielversprechende Ergebnisse von in vitro und Tier-Studien, die mögliche gesundheitsfördernde Effekte von Inulin und Oligofructose in Bezug auf Dickdarmkrebs zeigen.
Das SYNCAN Projekt untersucht nun in Humanstudien (freiwillige Adenomapatienten) potentielle den Krebs vorbeugende Aktivitäten von Synbiotika, und wird auch mittels in vitro und Tier-Studien weitere Mechanismen und Techniken erforschen. Im Wesentlichen wird von diesem Projekt erwartet, die mit experimentellen Modellen gewonnen vielversprechenden Erkenntnisse der antikarzinogenen Wirkungen von Synbiotika am Menschen bestätigen zu können. Die Human-Interventionsstudie soll entscheidende Informationen über die Fähigkeit von Synbiotika liefern, das Risiko für kolonrektale Karzinome zu reduzieren und auch aufzeigen, welches Stadium der Krebsentwicklung beeinflusst wird. Daten dieser Studie werden als Grundlage für Ernährungsratschläge zur Krebsprävention dienen. In der ersten Phase des SYNCAN Projekts werden Synbiotika unter Berücksichti-gung/Kombination folgender Punkte entwickelt:
1. erhöhte Konkurrenzfähigkeit im intestinalen Milieu (Fermentation)
2. synergistische "antikarzinogene" Eigenschaften gemäss experimentellen Modellen
3. auf den distalen Dickdarm zielend, d.h. wo am häufigsten Dickdarmkrebs auftritt
4. Aufbau eines Biomarker-Netzwerkes, das die gesamte Humanstudie einschliesst.
Immunologische (Blut), genetische (Biopsie) und toxikologische Stoffe werden über-wacht. Die Humanstudie wird voraussichtlich im zweiten Projektjahr starten. FF 4 wird fortlaufend über das Projekt berichten. Weitere Informationen sind auch der Projektwebsite zu entnehmen: www.syncan.com

Projekt-Nr: QLK1-1999-00346 (SYNCAN)

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