O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
KEG
CONSULTING AGENCY

A-1180 Wien, Kreuzgasse 79

Tel.+Fax: 01/470 35 86
e-mail: werner.pfannhauser@tugraz.at

FLAIR-FLOW 4 is supported by the European Commission within the 5th Framework Programme under the Quality of Life and Management of Living Resources, Key Action 1. It comprises a network that disseminates food research results to consumer groups, health professionals and the food industry in 24 European countries.

 

FFE 430/01/SME 16

Folate in der Nahrung

Im letzten Jahrzehnt wurde der Frage der Vitaminversorgung über das -zur Vermeidung von Krankheiten notwendige Maß- besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Es liegen nun ausreichend Hinweise vor, dass z.B. eine erhöhte Zufuhr von Folat (einem Vitamin der B-Gruppe) zu Beginn einer Schwangerschaft das Risiko von Neuralrohrdefekten bei Neugeborenen deutlich senkt. Folate sind zudem zusammen mit den Vitaminen B6 und B12 in der Lage die Konzentration von Homocystein im Plasma zusenken. Homocystein wird zunehmend als Risikomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen und Schlaganfälle und möglicherweise eines altersbedingten Rückgangs kognitiver Fähigkeiten angesehen. Es liegen darüber hinaus Hinweise über einen Zusammenhang zwischen der Folataufnahme und dem Auftreten bestimmter Krebserkrankun-gen, wie Dickdarm- und Enddarm-Krebs, vor. Diese gesundheitsbezogenen Auswirkungen von Folaten haben eine Debatte darüber ausgelöst, wie die Folataufnahme in der Bevölkerung erhöht werden kann- durch den Verzehr von Lebensmitteln mit einem hohen Folatgehalt, durch Supplementation mit Folatpräparaten oder durch die Anreicherung von Folaten in ausgewählten Produkten. Zur Klärung dieser Fragen muss u.a. festgestellt werden, in wie weit die einzelnen in Lebensmitteln vorkommenden Formen von Folat bioverfügbar sind. Des weiteren gilt es zu klären, wie der Gehalt von Folaten in Lebensmitteln erhöht werden kann. Letztlich müssen aussagekräftige Interventions-Studien über den Einfluss von Folaten auf Atherioskleriose und andere chronische Krankheiten durchgeführt werden.

Die Europäische Kommission finanziert gegenwärtig ein 3 ½ jähriges Forschungsprojekt zur Klärung o.g. Fragen. Das Projekt wurde im Februar 2000 begonnen, im wesentlichen werden folgende Fragen bearbeitet:

Im ersten Projektjahr wurde bereits eine Vielzahl von Ergebnissen erzielt. So wurde z.B. festgestellt, dass eine der wichtigsten natürlich vorkommenden Formen von Folaten (6S)-5-Methyltetrahydrofolat eine um 26% höhere Aufnahme hat als Folsäure. Entwickelt werden zudem neue in vitro und in vivo Modelle, die zur Untersuchung des Einflusses der Lebensmittelmatrix und der Verarbeitung auf die Bioverfügbarkeit von Folaten herangezogen werden können. Weiterführende Informationen können der Web-Site www.ifr.bbsrc.ac.uk/folate entnommen werden.

Projektnr.: QLK1-1999-00576 (FolateFuncHealth)

Projektleiter:

Paul Finglas
Nutrition & Consumer Science Division
Institute of Food Research
Norwich Research Park Colney
Norwich, NR4 7UA
UK
Tel: 0044-1603-255318
Fax: 0044-1603-507723
Email: paul.finglas@bbsrc.ac.uk

Die mediterrane Ernährungsweise wird seit längerem mit spezifischen Vorteilen für die menschliche Gesundheit in Zusammenhang gebracht. Natürlich finden sich auch in dieser Diät grosse Schwankungen bezüglich der Inhalte und einer grossen Anzahl an Inhaltsstoffen. Ein Nahrungsmittel, das für die mediterrane Diät typisch ist, ist die Tomate, welche neben (-Carotin die einzige Quelle für das rote Carotenoidpigment Lycopin darstellt. Frische Tomaten enthalten viel Wasser und wasserlösliche Antioxidantien wie Vitamin C, Polyphenole und Flavonoide. Gekochte Tomatenproduk-te ( wie z.B. Tomatenpüree und Pasta Sauce) enthalten meist noch zugesetztes Vitamin E als Stabilisator.

Eine kürzlich abgeschlossenes EU-Aktion bestätigte, dass Tomaten als eine wesentliche Antioxidantien-Quelle eine wichtige Rolle bei der Verhütung bestimmter Krebsarten darstellt. Die konzertierte Aktion bestand aus vier Gruppen, die an den folgenden Themen arbeiteten:

1. Antioxidantien in der Tomate und deren Biosynthese
2. Effekte der mechanischen und thermischen Behandlung und der Einfluss der Lagerbedingung auf den Antioxidantien-Gehalt und die Bioverfügbarkeit bei verarbeiteten Tomaten
3. Der Zusammenhang zwischen Tomaten, deren Inhaltsstoffe und Krankheiten (beobachtende epidemiologische Untersuchungen)
4. Die Rolle der Tomate in einer gesunden Ernährung

Die Resultate vermittelten einen Überblick über den Beitrag von rohen, gekochten oder verarbeiteten Tomaten (in Gerichten wie Pizza, Lasagne oder Pasta Saucen) an die Aufnahme von Lycopin oder anderer synergistischer, protektiver Inhaltsstoffen. Für die Volksgesundheit scheint dieser Beitrag von grosser Wichtigkeit zu sein. Laufende Untersuchungen in diesem, aber auch in anderen Netzwerken bezwecken ein besseres Verständnis wie durch eine verbesserte Ernährung und einen adäquaten Lebensstil die Lebensqualität verbessert werden kann und wie Tomatenprodukte möglicherweise zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe für eine ausgewogene Ernährung liefern können. Eine detaillierte Zusammenfassung der Aktion kann unter http://www.tomate.org im Internet abgerufen oder beim Koordinator verlangt werden.

Contact Person:

Bernard Bièche
AMITOM
27 avenue de l'Arrousaire
BP 235 84010 Avignon Cedex 1
FRANCE
Phone +33 4 90 86 16 95
Fax +33 4 90 27 06 58
e-mail: tomato@interlog.fr
or only if personal
bieche@tomate.org

Österreichischer FFE-4 Netzwerkleiter:

O. Univ. Prof. Dr. Werner Pfannhauser
Institut für Lebensmittelchemie und -technologie
TU Graz
Petersgasse 12/2
A-8010 Graz
Tel.: 0316/873 6471
Fax: 0316/873 6971
e-mail: werner.pfannhauser@tugraz.at
Internetz: http://www.cis.tugraz.at/ilct