O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 433/01/HP16

Kann Krebserkrankungen mit Phytoöstrogenen vorgebeugt werden ?

Ergebnisse epidemiologischer und experimenteller Studien, d.h. am Tiermodell oder in vitro Testsysteme, legen nahe, dass Phytoöstrogene eine positive Rolle für die menschliche Gesundheit spielen. Phytoöstrogene sind pflanzliche Verbindungen, die an Östrogenrezeptoren binden können und schwache Östrogenaktivität aufweisen. Das Interesse richtet sich auf zwei Hauptgruppen von Phytoöstrogenen: Isoflavonoide und Lignane. Dies vor allem in Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Krankheiten, Osteoporose, menopausalen Symptomen, Brust-, Dickdarm- und Prostatakrebs. Bei der Krebsprävention geht man davon aus, dass Phytoöstrogene aufgrund ihrer Hormonwirkung aber auch wegen ihrer die Zellvermehrung unterbindenden und antioxidativen Aktivitäten von Bedeutung sind.
Die am besten untersuchte Phytoöstrogenklasse ist jene der Isoflavonoide. Sie kommen v.a. in Sojabohnen, Sojaprodukten und einigen anderen Hülsenfrüchten vor. Lignane kommen in fast allen nahrungsfaserreichen Nahrungsmitteln vor. Lignane dürften in der Europäischen Ernährung von grösserer Bedeutung sein als Isoflavonoide. Das vorliegende FAIR Projekt verfolgt folgende Ziele: Quantifizierung des Phytoöstrogengehaltes verschiedener Nahrungsmittel, Untersuchung der Variation im menschlichen Stoffwechsel und des antikarzinogenen Effekts in Kolon-, Brust- und Prostatagewebe.
Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse, Getränke (z.B. Bier, Tee, Kaffee), Früchte und Gemüse wurden auf ihren Phytoöstrogengehalt analysiert. Es wurde bestätigt, dass Leinsamen die beste Lignanquelle ist und Roggen die höchste Lignankonzentration unter den Getreiden aufweist. Weitere gute Phytoöstrogenquellen, die eine Berücksichtigung in der Ernährung verdienen, sind die Samen von Klee, Sonnenblumen und Sesam sowie Nüsse (inkl. Erdnüsse/Hülsenfrucht), Erdbeeren und Kürbis. Einmal verdaute Phytoöstrogene werden von Darmbakterien metabolisiert. Das Projekt konnte grosse individuelle Variationen im Phytoöstrogenmetabolismus und signifikante Effekte der Nahrung auf den Metabolismus feststellen.
Dies kann Auswirkungen auf Krankheitsrisiken haben, da die ursprünglichen Verbindungen und bakteriellen Metaboliten eine unterschiedliche biologische Aktivität aufweisen. In einer kleinen Humanstudie konnte gezeigt werden, dass der tägliche Verzehr von 9 Scheiben Roggenknäckebrot während 2 Wochen die genetische Schädigung von Blutlymphozyten nicht wesentlich reduzierte und zu keiner Veränderung der antioxidativen Aktivität im Plasma führte.
Allerdings konnte in Versuchen mit Ratten das Dickdarmkrebs vorbeugende Potential von Roggen, aber nicht von Soja, gezeigt werden. Weder für Lignane in Getreide noch Isoflavonoide in Soja ist eine schlüssige Folgerung hinsichtlich eines kausalen Zusammenhangs möglich und es ist anzunehmen, dass weitere Nahrungsmittelsubstanzen involviert sind.

Project No: FAIR CT-95-0894

Project Co-ordinator:

Prof. H. Adlercreutz
Folkhälsan Research Center,
Biomedicum
3rd fl.- Div. of Clin. Chem.,
Haartmaninkatu 8,
University of Helsinki
FIN-00290 Helsinki,
FINLAND
Tel. +358-9-3155552, or +358-9-19125454
Fax +358-9-3155104, or+358-9-19125452
e-mail: herman.adlercreutz@helsinki.fi

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