O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 453/01/HP24

 

Neue Verwendungsmöglichkeiten für Lactose

Lactose ist ein Disaccharid und kommt natürlicherweise in Milch vor. Während der Herstellung von Käse, Yoghurt oder anderen Milchprodukten muss das in der Milch vorhandene Wasser entfernt werden, um eine festere Konsistenz zu erreichen. Diese Konzentration kann auf verschiedene Weise erreicht werden, es bedeutet jedoch immer ein bedeutender Verlust an Lactose. Diese Produkte werden daher von Personen mit Lactoseintoleranz besser vertragen. Während Milchprodukte bei den Konsumenten wegen ihres hohen Nährwertes sehr geschätzt sind und sich daher einfach verkaufen, besitzt Lactose kaum einen wirtschaftlichen Wert. Lebensmittelhersteller wissen deshalb meist nicht, was sie mit der Lactose tun sollen und diese geht darum oft mit dem Abwasser in die Flüsse. Ein Grund, weshalb es schwierig ist, Lactose sinnvoll zu nutzen ist sicher, dass eine nicht zu unterschätzende Zahl von Konsumenten Lactose in ihrem Körper nicht abbauen können. Es ist daher in Europa, aber auch in anderen Ländern von einigem Interesse, wie Lactose sinnvoll genutzt werden kann. Im Moment wird Lactose primär als Füller oder Süssstoff, und in kleinen Mengen auch in Säuglignsnahrung und diätetischen Produkten eingesetzt. Das Ziel dieses Projektes war es, neue Verwendungsmöglichkeiten für Lactose zu finden. Lactose ist in grossen Mengen vorhanden und daher auch nicht teuer. Eine mögliche Verwendung wäre der Einsatz als Basismolekül, welches durch biologische Methoden, bevorzugterweise mit Hilfe von Enzymen, in verschiedene Produkte umgewandelt werden könnte. Techniken, welche die Spaltung von Lactose in deren Bausteine Glucose und Galactose mittels dem Enzym b-Galactosidase bewirken, wurden entwickelt. Die Schwierigkeiten lagen darin, die richtige Enzymquelle zu finden und die genauen physiko-chemischen Bedingungen des Verfahrens zu evaluieren. Verschiedene Reaktor-Typen, in welchen die enzymatische Reaktion statt findet, wurden getestet. Einer davon wurde bis zum Industrie-Massstab entwickelt und das Produkt wird nun in der Eiscrème-Produktion verwendet. Als Nebenprodukte entstanden Galacto-oligosaccharide (GOS). GOS werden als Prebiotika in functional Food verwendet. Prebiotika stimulieren das Wachstum von gesundheitsfördernden Bifido- und Lactobakterien im Darm. Glucose und Galactose wurden enzymatisch auch zu Gluconsäure und D-Tagatose transformiert.
D-Tagatose ist ein nicht-carcinogener Süssstoff mit wenig Kalorien, der auch für Diabetiker geeignet ist. Forscher, die an diesem Projekt beteiligt sind glauben, dass dieses Produkt eine Zukunft haben könnte, da die Herstellungskosten nicht sehr hoch sind. Auch Lactobionsäure, die nach Buttermilch schmeckt, konnte mittels neuer Enzyme synthetisiert werden. Dessen Calcium-Gehalt könnte in der Osteoporose-Prävention nützlich sein.

Project No: FAIR-CT-96-1048 Enzymatic Lactose Valorization

Project Co-ordinator:

Prof Klaus D Kulbe
University of Agriculture/Institute of Food Technology
Biochemical Engineering Division
Muthgasse 18
1190 Vienna
AUSTRIA
Tel: 00 43 1 36006 6250/6270
e-mail: SEK@EDV2.BOKU.AC.AT

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