O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 491/02/CG35

Der Verzehr von Kohlgemüsen nützt unserer Gesundheit

Kohl, Spargelkohl (Brokkoli), Blumenkohl und Rosenkohl sind allesamt Kohlgewächse. Sie sind in Europa als essbare Kulturpflanze weit verbreitet. Außer Ballaststoffen und Vitaminen, die allgemein als gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe in Gemüse gelten, enthalten sie bekanntermaßen auch Glukosinolate, komplexe schwefelhaltige Verbindungen, die typisch für Kohlgewächse sind. Glukosinolate verursachen den stechenden-scharfen Geruch dieser Gemüsearten, besonders intensiv bei bestimmten Rüben, Rettichen und Gartenkresse.

Nun wurde nachgewiesen, dass häufiger Verzehr von Kohlgemüsen in Verbindung mit einer Herabsetzung des Krebsrisikos steht; besonders für Lungen-, Magen-, Dickdarm- und Mastdarm-krebs. Dieser Effekt wird höchstwahrscheinlich von den durch Aufspaltung von Glukosinolaten entstandenen Molekülen, darunter auch schwefelhaltigen Isothiocyanaten, verursacht.

Diese Schlussfolgerung wird durch die Ergebnisse einer abgeschlossenen, dreijährigen FAIR Studie gestützt. Die Studie mit dem Titel "Effekte von Glukosinolaten in Nahrungsmitteln auf die menschliche Gesundheit" umfasste Laborexperimente sowie Untersuchungen an freiwilligen Probanden. Es wurde auch eine mögliche Toxizität von Isothiocyanaten untersucht. Man kam zum Schluss, dass negative Effekte durch äußerst hohe Dosierung einiger Isothiocyanate (z.B. durch Supplementierung) nicht ausgeschlossen werden können. Der Verzehr von Kohlgemüsen jedoch verursacht keinerlei Risiko. Es wurde auch der Einfluss von Zubereitungsverfahren (Hacken, Kochen, Erhitzung durch Mikrowelle) auf den Gehalt an Glukosinolat - Folgeprodukten untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl rohes als auch gekochtes Kohlgemüse noch biologisch wirksame Substanzen enthalten. Die Konsumenten sollten ermuntert werden, Appetit auf Kohlgemüse mit seinen kräftigen Aromen zu entwickeln.

Project No: FAIR-CT97-3029 (EFGLU) http://www.ifrn.bbsrc.ac.uk/Diet/GItract_EFGLU.html

Project co-ordinator:

Professor Ian T. Johnson
Institute of Food Research
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email: ian.johnson@bbsrc.ac.uk

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