O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FLAIR-FLOW 4 is supported by the European Commission within the 5th Framework Programme under the Quality of Life and Management of Living Resources, Key Action 1. It comprises a network that disseminates food research results to consumer groups, health professionals and the food industry in 24 European countries.

 

FFE 503/02/SME 41

 

Optimale Vitamin D Anreicherung

Drei Bevölkerungsgruppen sind bezüglich einer Vitamin D Mangelernährung besonders gefährdet: ältere Menschen, Zuwanderer und Kinder. Ein neues europäisches Forschungsprojekt hat das Ziel zu prüfen, ob eine Vitamin D Zugabe bei Lebensmitteln eine Möglichkeit ist, bezüglich des schlechten Vitamin D Status dieser großen Bevölkerungsgruppen Abhilfe zu schaffen und zu untersuchen, welche Zugabemengen festgelegt werden sollten. Vitamin D ist für den Menschen einerseits mit Hilfe des Sonnenlichtes verfügbar (da es in die Vitaminsynthese in der Haut eingreift), andererseits über die Nahrung insbesondere über fetten Fisch aber auch Fleisch und Milchprodukte.

Vitamin D verbessert die Absorption von Mineralstoffen, insbesondere Kalzium und dadurch die Zunahme der Knochenmasse und -stabilität und vermindert damit das Osteoporoserisiko und Hüftfrakturen im Alter. Ältere Personen haben einen großen Vitamin D-Bedarf wegen einer geringen Aufenthaltsdauer in der Sonne, aufgrund ihrer niedrigen Kalziumaufnahme und einem ab dem 30. Lebensjahr einsetzenden konstanten Knochenschwund. In allen Altersgruppen von Muslimen und asiatischen Zuwanderern ist, hauptsächlich wegen ihrer Kleidungsgewohnheiten, die einen geringeren Kontakt mit dem Sonnenlicht bedeuten, ein Vitamin D Mangelzustand festzustellen. Kinder brauchen eine angemessene Vitamin D Zufuhr, um genügend Knochenmasse aufbauen zu können und somit einem Verlust in späteren Jahren besser widerstehen zu können. Die empfohlene tägliche Vitamin D Aufnahme beträgt in den meisten europäischen Ländern 5 - 10 µg. Allerdings wird geschätzt, dass 90 % der Europäer weniger zu sich nehmen und sich somit auf die Vitamin D Zufuhr über das Sonnenlicht verlassen müssen. Die gesetzlichen Vorschriften zur Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D sind innerhalb Europas unterschiedlich. Manche Länder gestatten überhaupt keinen Vitamin D Zusatz, andere wie Finnland haben eine vorgeschriebe-ne Anreicherung, während die meisten Länder die Vitamin D Zugabe in einigen Produkten zulassen. Im Rahmen des Projektes sind in Dänemark, Irland, Polen, Finnland und Spanien Interventionsstudien bei den oben beschriebenen Risikogruppen und Prospektivstudien (Längsschnittstudien) bei den Erwachsenen und Älteren geplant. Ein dritter Teil des Forschungsprojektes ist die Durchführung einer technischen Untersuchung zur Entwicklung eines neuen fettfreien, mit Vitamin D angereicherten Lebensmittels.

Ein wichtiges Ergebnis des Projekts wird auf alle Fälle die Stärkung der wissenschaftli-chen Grundlagen für die Empfehlung von Vitamin D als Nährstoff sein. Anreicherungs- und Ergänzungsstrategien könnten effektive und billige Wege zur Vorbeugung unerwünschter Gesundheitsrisiken sein.

Projekt: QLK1-2000-00623 (OPTIFORD) http://www.optiford.org

Projektkoordinator:

Dr. Christiane Brot
Danish Veterinary and Food Administration
Moerkhoej Bygade 19
DK-2860 Soeborg
Email: cxb@fdir.dk

Österreichischer FFE-4 Netzwerkleiter:

O. Univ. Prof. Dr. Werner Pfannhauser
Institut für Lebensmittelchemie und -technologie
TU Graz
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