O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 505/02/HP40

 

Phytoöstrogene im Einsatz gegen Brust- und Prostatakrebs

Krebs ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten und frühzeitige Todesursache in Europa. Es wird angenommen, dass mit Ernährungsmassnahmen 35% der Krebstodesfälle vermieden werden könnten. Sachkundige Ernährungsveränderungen wären ein sehr wirkungsvoller Beitrag zur Senkung der Krebsinzidenz. Die epidemiologische Beweislage deutet darauf hin, dass vorwiegend pflanzliche Ernährungsformen eine bedeutende Rolle bei der Reduktion des Krebsrisikos spielen können. Entsprechende Forschungsvorhaben zur Identifikation der dafür verantwortlichen Substanzen sind im Gange. Eine der gegenwärtig untersuchten Substanzgruppen sind die Phytoöstrogene. Hierzu zählen Isoflavone, die v.a. in Sojabohnen vorkommen, und Lignane, die in vielen verschiedenen Nahrungsmitteln u.a. Getreide- und Getreideprodukte, Gemüse und Beeren vorkommen. Diese Substanzen haben eine schwache östrogene oder antiöstrogene Aktivität und könnten so schützend gegen Brust- und Prostatakrebs wirken, da sie in der Struktur dem menschlichen Hormon Östrogen entsprechen.

Phytoöstrogene könnten prekanzerogene Läsionen beeinflussen, die Promotion, Angiogenese (Blutversorgung eines Tumors) und Metastasierung (Entwicklung von sekundären Tumoren) vermeiden, d.h. die Krankheit selber verhindern und die Überlebensrate der Patienten erhöhen. Das von der EU geförderte Forschungsprojekt "PHYTOPREVENT" untersucht im Detail die Wirkungen der natürlich in Nahrungsmitteln vorkommenden (nicht von Supplementen) Phytoöstrogene auf die Entwicklung von Brust- und Prostatakrebs sowie den Einfluss individueller metabolischer Unterschiede auf das Krebsrisiko.

Spezielle Aufmerksamkeit wird der Untersuchung von Stoffwechselprodukten geschenkt, die von der Darmmikroflora produziert werden, wie z.B. Enterolaktone und Equol. Das Projekt läuft seit April 2001 und dauert bis März 2004. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projektes werden Grundlagen für weitreichende Ernährungsempfehlungen für Europäische Bevölkerungen zur Verfügung stehen, die zur Verbesserung der Gesundheit beitragen. Für weitere Informationen - inklusive eines regelmäßig erscheinenden Newsletters - siehe folgende Website: www.phytoprevent.org

Projekt Nr.: QLK1-2000-00266 (PHYTOPREVENT)

Projektkoordinator:

Prof. Ian Rowland
Room G237
School of Biomedical Sciences
University of Ulster
Coleraine Campus Cromore Road
Coleraine
Co. Londonderry
BT52 1SA
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