O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 526-02-CG 46

 

Rotwein und das französische Paradoxon

In Frankreich essen die Leute genauso viel tierisches Fett wie in vielen anderen europäischen Ländern, sie rauchen auch nicht weniger und ihre Blutcholesterinwerte sind nicht niedriger. Jedoch die Rate an Herz-Kreislauferkrankungen ist relativ gering in Frankreich. Dieses Phänomen wird als das "französische Paradoxon" bezeichnet. Einer der Hauptgründe für diesen Sachverhalt könnte, laut der Meinung von Medizinern und Ernährungsfachleuten, der Konsum an Rotwein sein.

Experten empfehlen einen moderaten Weinkonsum: 1-2 Gläser pro Tag. Bei größeren Mengen sind jedoch die negativen Effekte des Alkohols für die Leber (Zirrhosen) weit größer als die protektiven Wirkungen spezieller Weininhaltsstoffe. Die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Weines sind höchstwahrscheinlich auf die enthaltenen phenolischen Substanzen zurückzuführen. Die Bedeutung dieser Inhaltsstoffe wurde in einem EU-Projekt, welches sich mit dem Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauferkrankungen und Rotwein beschäftigt, erforscht. Polyphenole findet man nicht nur im Wein, sondern auch in Tee, Schokolade, Früchten und Gemüse, im speziellen in Zwiebeln. Möglicherweise schützen die Polyphenole die Wände der Blutgefäße vor Verkalkung.

Dieser Effekt der Polyphenole in alkoholischen Getränken wurde sowohl im Labor als auch an Probanden untersucht. Personen, die regelmäßig Rotwein trinken wurden mit Probanden verglichen, die regelmäßig Spirituosen konsumierten. Die Studienergebnisse zeigten, dass ein moderater Rotweinkonsum Risikofaktoren für die Arterienverkalkung, wie z.B. hohe Blutfettwerte, reduzieren kann. Dadurch wäre das französische Paradoxon ansatzweise erklärbar. Die Identifikation dieser "gesunden Komponenten" kann dazu beitragen, die Bedeutung des Rotweins bei der Risikoreduzierung von Herz-Kreislauferkrankungen besser zu beschreiben.

Project No: FAIR-97-3261 (WCVD)

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Dr. Giovanni de Gaetano,
Centro di Ricerche e Formazione ad
Alta Tecnologianelle Scienze Biomediche,
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