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Werner Pfannhauser
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FFE 533/02/HP50

 

Vitamin A und Dioxine - Entwicklungsstörungen


Organische Halogenverbin-dungen (OHs, wie z.B. Dioxine und Dioxin ähnliche PCBs) sind beständige toxische Schadstoffe, die in stark fetthaltigen Produkten wie z.B. Fisch und Leber als Rückstände vorkommen.
Schwangeren Frauen wird empfohlen eine hohe Vitamin A Aufnahmen zu vermeiden und beim Konsum von Leber und leberhaltigen Produkten wie z.B. Pastete zurückhaltend zu sein, da diese natürlicherweise viel Vitamin A enthalten. Eine hohe Vitamin A Aufnahme während der Schwanger-schaft wurde mit Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen in Verbindung gebracht. Andererseits ist auch eine zu geringe Aufnahme, wie sie in Entwicklungsländern vorkommt, mit einem potentiellen Risiko für den Fetus verbunden.
Berichten folgend über Vitamin A Mangelerscheinungen bei Tieren, die organischen Halogenverbindungen (OH`s) ausgesetzt waren, hat nun ein EU Projekt diese Wirkung untersucht, um das potentielle toxikologische Risiko für Konsumenten zu quantifizieren und die entsprechend korrekte wissenschaftliche Basis zu liefern.
Den meisten Erwartungen widersprechend zeigte diese Studie jedoch, dass OHs eher zu einer Hypervitaminose A (zu viel Vit A) führten als zu einem Vitamin A Mangelsyndrom wie in den Tierversuchen beobachtet. Die Wissenschafter nehmen an, dass am zugrunde liegenden Mechanismus eine ungewöhnliche Vitamin A (oder Retinol) 'Sparmassnahme' beteiligt ist und eine Nettozunahme im Retinsäurespiegel verursacht. Es sollte jedoch beachtet werden, dass im Versuch relativ hohe OH Dosen eingesetzt wurden und die Wissenschafter unterstreichen, dass die Interpretation der Studienresultate im Hinblick auf das Risiko für Menschen, speziell für Schwangere, nicht ganz gesichert ist.
Die Schlussfolgerung des Projektes war, dass Menschen, besonders Frauen im gebärfähigen Alter, ein Risiko für einen marginalen Vitamin A Überschuss haben könnten, verursacht durch eine erhöhte Vitamin A Aufnahme aus funktionellen Lebensmitteln kombiniert mit bereits vorliegenden erhöhten OH Spiegeln. Es scheint daher ratsam, die Retinolgesamtaufnahme genau zu erfassen und diese in Bevölkerungsgruppen ohne ein Defizitproblem eher einzuschränken als weiter zu erhöhen.

Projekt Nr.: FAIR-CT97-3220


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