O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 559/02/HP 58

 

Eine Lebenserleichterung für Personen mit Zöliakie

Ein neues Projekt wird eine zuverlässige und einfach anzuwendende Testmethode zur Feststellung von Glutenpeptiden in Lebensmitteln entwickeln. Dadurch kann an Zöliakie erkrankten Personen geholfen werden, diese für sie problematischen Lebensmittel zu meiden. Zöliakie wird ausgelöst durch eine chronische Unverträglichkeit von Gluten und ähnlichen Proteinen in Weizen, Roggen und Gerste. Verzehrt eine betroffene Person Lebensmittel, die diese Proteine enthalten, treten Veränderungen am Dünndarm auf, die in einer angegriffe-nen, flachen Dünnendarmschleimhaut gipfeln und eine Reihe verschiedener Symptome auslösen, zu denen typischer Weise Mangelernährung, Durchfall und Anämie zählen.
Mehr als eine Millionen Europäer sind von Zöliakie betroffen. Es spricht sehr viel dafür, dass Zöliakie eine T-Zellen vermittelte Immunkrankheit ist. Die Projektpartner charakterisierten kürzlich einige der Glutenpeptide (Bausteine des Proteins Gluten), die von T-Zellen erkannt werden und wahrscheinlich direkt in den Krankheitsprozess verwickelt sind. Somit würde die Herstellung spezifischer verträglicher Glutenprodukte eine große Erleichterung für Patienten darstellen, da eine lebenslang glutenfreie Ernährung in der Praxis schwierig umzusetzen ist. Die jetzigen Methoden zur Prüfung einer Glutenanwesenheit beruhen auf der absoluten Messung des Stickstoffgehaltes von Stärkezubereitungen, oder auf ELISA Techniken ('enzyme-linked immunoabsorbent assay') - einer spezifischen Analysetechnik die i.a. nach einem oder einer Mischung von Glutenproteinen sucht.
Allerdings erfassen diese Methoden nicht zwingend krankmachende Glutenkomponenten. Die an diesem Projekt beteiligten Wissenschafter werden neue Erkenntnisse zur Identität von Glutenpeptiden bei der Entwicklung zuverlässiger Messmethoden für die Anwesenheit dieser Peptide in Lebensmittel einsetzen. Sie hoffen damit eine Grundlage für die Durchführung von klinischen Humanversuchen zu schaffen, die diese neuen Methoden in der Behandlung der Zöliakie untersuchen.

Projekt Nr.: QLK1-2000-00657 (GLUTEN EPITOPES IN CD) http://immunology.no/cd/eu/

Projektkoordinator:

Prof Dr Ludvig Sollid
University of Oslo,
Institute of Immunology,
Rikshospitalet 0027 Oslo,
NORWAY Tel.: +47-23073811;
Fax: +47-2307 3822/3510
E-mail: l.m.sollid@labmed.uio.no

Österreichischer FFE-4 Netzwerkleiter:

O. Univ. Prof. Dr. Werner Pfannhauser
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