O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FLAIR-FLOW 4 is supported by the European Commission within the 5th Framework Programme under the Quality of Life and Management of Living Resources, Key Action 1. It comprises a network that disseminates food research results to consumer groups, health professionals and the food industry in 24 European countries.

 

FFE 574/03/SME 64

 

Fortschritt bei der sicheren Benutzung von Recycling-Verpackungsmaterialien


Die Verunreinigungen und mögliche Migranten in Altpapier und -pappe sind Verbindungen unter-schiedlicher chemischer und technologischer Klassen, im Besonderen:
· Spurenelemente
· Wachse,
· Fluoreszierende Weißmacher und Farbstoffes,
· Leimungsmittel,
· Organochlorine,
· Weichmacher,
· aromatische Kohlenwasserstoffe,
· flüchtige organische Verbindungen,
· Härter und Dichtmittel,
· Amine,
· Biozide,
· grenzflächenaktive Substanzen.

Das Recyceln von PET (Polyethylenterephthalat), Papier, Pappe und Verbundmaterialien für Lebensmittelzwecke ist dadurch begrenzt, dass in den europäischen gesetzlichen Bestimmungen ihrer Wiederverwertung nicht eindeutig geregelt ist.
Hauptgrund hierfür war das mangelnde Wissen über die Migration von Zusätzen (Additiven) und Verunreinigungen von recyceltem Material ins Lebensmittel, was entsprechend der Direktive 94/62/EEC verboten wäre. Deshalb war die Lebensmittelindustrie nicht bereit, den Einsatz dieser Materialien zu akzeptieren.

In einem früheren EU-geförderten Projekt (Vertrag AIR-CT93-1014) haben Wissenschafter ihre Forschung auf die Migration und das Recyceln von Verpackungsmaterial ausgerichtet. Jetzt bearbeiten sie ein Projekt mit dem Ziel, die Art und das Ausmaß der Verunreinigung von PET, das aus der Lebensmittelverpackung stammt, zu ermitteln und eine Wissensbasis über die Migration von Altpapier und Kartonpackmaterial in Lebensmittel aufzubauen. Die Wissenschafter werden auch den Nutzen von sogenannten funktionellen Barrieren zwischen recyceltem Material und Lebensmitteln untersuchen.

PET ist ein ausgezeichnetes Verpackungsmaterial für Lebensmittel mit einer geringen Diffusivität und ist das für das Recyceln aussichtsreichste Polymer. Meistens wird es für Flaschen und Tassen eingesetzt und wird normalerweise durch Sortier-, Mahl-, Wasch- und Trocknungsschritte recycelt. Trotzdem muss es für den Einsatz mit direktem Lebensmittelkontakt weiter durch sogenannte "Super-Clean-Prozesse" aufgereinigt werden, um eine spätere Übertragung von beispielsweise Aromen auszuschließen.

Die Projektgruppe untersuchte 900 Proben von europäischen PET-Recyclern. Der bei weitem größte Anteil an Verunreinigungen in konventionell recyceltem PET waren Soft-Drink-Aromenbestandteile, die vom erstmaligen Gebrauch als Flasche herstammen. Diese Lebensmittelbestandteile wurden typischerweise in "Nachverbrauchs-PET-Proben" in kleinen Menge (niedriger ppm-Bereich) gefunden. Neben diesen Verunreinigungen wurden auch wenige Bestandteile mit niedrigem Molekulargewicht in sehr kleinen Mengen als auch PET unspezifische Verbindungen in Spuren (weniger als 0,5 ppm) gefunden. Dahingegen konnte "Super-Clean"-prozessiertes PET nicht von neuem, ungebrauchtem Lebensmittel-PET unterschieden werden.

Um das Migrationsverhalten von Papier- und Papp-Packmaterial zu untersuchen, wurden experimentelle Arbeiten mit 12 Modell-Verunreinigungen und 15 Papier- und Pappmaterial-Proben durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie einschließlich der gesamten und der spezifischen Migration in Lebensmittel oder Lebensmittel-Modelle sollen in Kürze veröffentlicht werden. Der Abschlussbericht soll ebenfalls die Experimente und neues Wissen zu den Effekten von funktionellen Barrieren umfassen.

Projekt Nr: FAIR-CT98-4318 (RECYCLABILITY) http://www.ivv.fhg.de/fair/

Projekt Co-ordinator:

Dr Roland Franz
Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung
Giggenhauserstr. 35, 85354 Freising, GERMANY
Tel: +49-8161491746; fax: +49-8161491777
E-mail: franz@ivv.fhg.de
URL: http://www.ivv.fhg.de

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