O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FLAIR-FLOW 4 is supported by the European Commission within the 5th Framework Programme under the Quality of Life and Management of Living Resources, Key Action 1. It comprises a network that disseminates food research results to consumer groups, health professionals and the food industry in 24 European countries.

 

FFE 578-03-HP 65

 

Den Ursachen von Essstörungen auf der Spur


In einigen Europäischen Ländern sind bis zu 60% der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig oder adipös. Bei Kindern geht man in manchen Ländern von einer Adipositasprävalenz bis zu 30% aus. Gleichzeitig ist eine bedeutende Minderheit von Individuen von Krankheiten wie Anorexia nervosa und Bulimia nervosa betroffen.
Adipositas einerseits, Anorexia und Bulimia andererseits sind zwar Krankheiten an den entgegen- gesetzten Enden des Spektrums, aber ähnliche ursächliche Faktoren liegen ihnen zugrunde.

Adipositas wird von vielen Gesundheitsfachkräften als Essstörung eingestuft. Es besteht zudem die Sorge, dass eine unangemessene und unnötige Kontrolle des Körpergewichts, letztendlich zu Krankheiten wie Anorexia nervosa und Bulimia nervosa führt.
Eine Gruppe europäischer Wissenschafter haben ein Projekt lanciert, das zum besseren Verständnis der Ätiologie dieser drei Essstörungen beitragen soll. Umwelt, Genom und Hirn von Personen aus Hunderten von Familien werden in einer sehr komplexen Studie untersucht, um psychosoziale Variablen und Eigenschaften zu identifizieren und zu messen, die Risikofaktoren für diese Krankheiten darstellen.
Die Wissenschafter untersuchen im Einzelnen:
§ individuelle Risikofaktoren, Umweltrisikofaktoren und Entwicklungsrisikofaktoren anhand von Geschwisterpaaren, bei denen eine Person die Krankheit entwickelt hat;
§ die Bedeutung von Abmagerungskuren als Auslöser von Essstörungen, indem Daten von adipösen Jugendlichen in 1000 Zwillingsfamilien evaluiert werden;
§ "Kandidatengene", zur Bestimmung genetischer Risikofaktoren, dies anhand des Studiums von 600 Familien und 600 Fällen und Kontrollen die an den drei Krankheiten leiden.
§ Neuronale Reaktionen im Hirn nach Nahrungsaufnahme unter Anwendung von Abtastungs-techniken (MRI bildgebende Kernspintomografie, PET).
Es werden Frauen und Männer aus ganz Europa in die Studie einbezogen, um Unterschiede hinsichtlich Geschlecht und Herkunft/Kultur zu berücksichtigen. Die Resultate sollen dazu dienen das Ernährungsverhalten der Bevölkerung zu verbessern, indem Risikofaktoren für die untersuchten Essstörungen reduziert werden; Experten und die Allgemeinbevölkerung über die Ursachen der Krankheitsentwicklungen aufzuklären und so Stigma und Diskriminierung abzubauen; und neue pharmakologische Behandlungsmethoden einzuführen.


Projekt Nr.: QLK1-1999-00916 (FACTORS IN HEALTHY EATING); www.eatingresearch.com
Projektkontakt: Prof Janet Treasure and Dr David A Collier
The Institute of Psychiatry; Division of Psychiatry, Eating Disorders Unit
PO Box 053; De Crespigny Park
Denmark Hill London SE5 8AF, UK
Tel: +44 20 7848 0180 / 0631; Fax: +44 20 7848 0560 / 0051
E-mail: j.treasure@iop.kcl.ac.uk; d.collier@iop.kcl.ac.uk

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