O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 586-03-HP 67

 

Brain Food und Fette


Die alzheimersche Krankheit ist eine schwerwiegende Krankheit, die vor allem die höheren Funktionen des Gehirns angreift. Normalerweise manifestiert sich die Krankheit erst im 7. oder 8. Lebensjahrzehnt und dies hat dazu geführt, dass der kognitive Abbau als unumgehbare Tatsche des Alterns angesehen wurde, aber ein früherer oder späterer Ausbruch ist nicht ungewöhnlich. Heute wird anerkannt, dass die Demenz eine Krankheit und nicht ein normaler Alterungsprozess ist.

Seit kurzem wird die Rolle von Lipiden bei der Prävention von altersabhängigen Neurodegenerationen des Gehirns und der Alzheimer-Krankheit erforscht. Alzheimer ist die am weitesten verbreitete neurodegenerative Krankheit in der EU. Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung ist davon betroffen und der Behandlung und Prävention kommt daher eine Schlüsselrolle zu.
Die Ursachen von Alzheimer sind noch weitgehend unbekannt, obwohl einige Schlüsselpro-zesse der Entwicklung in den letzten 20 Jahren erkannt wurden. In den meisten Fällen ist die Krankheit durch verschiedene genetische und Umweltfaktoren bedingt, in ca. 5% der Fälle jedoch ist die Krankheit genetisch, durch die Mutation in drei verschiedenen Genen bedingt. Ein Protein namens Amyloid Precursor Protein (APP) spielt im Entstehungsprozess der Krankheit eine zentrale Rolle. Das Protein ist normalerweise in den meisten Zellen vorhanden. Teile des Proteins (bekannt als A-beta) werden möglicherweise durch Proteasen ausgeschnitten. Der A-beta-Teil akkumuliert sich über die Jahre im Gehirn und bildet dort dichte Amyloid-Cluster oder Plaque. Alle Menschen produzieren Plaque bis zu einem gewissen Grad, aber nicht alle entwickeln Alzheimer. Es scheint dass eine spezifische Form des A-beta das so genannte A-beta 42 gezielt die Wahrscheinlichkeit einer Entwicklung von Alzheimer in einem frühen Stadium erhöht. Anstrengungen, Alzheimer zu behandeln oder der Krankheit vorzubeugen, gingen deshalb in die Richtung, die Produktion von A-beta 42 zu verringern oder dem Hirn beim Reinigungsprozess zu helfen.
Kürzlich hat die Alzheimer-Forschung entdeckt, dass Cholesterol die Aktivität der Protease, die für die Produktion von A-beta 42 verantwortlich ist, erhöht. Die Behandlung von Alzheimer-Patienten mit Cholesterol-senkenden Medikamenten hat viel versprechende Resultate gezeigt, indem die Produktion von A-beta 42 gesenkt werden konnte. Die Cholesterol-Werte können auch durch die Ernährung beeinflusst werden.
Das Lipidiet-Projekt dauert von 2002 bis 2005. Das Ziel ist die Erforschung der Rolle der Nahrungsfette und verwandter Lebensmittelzusatzstoffe in der Vorbeugung und Behandlung von Alzheimer. In den folgenden drei Gebieten wird hauptsächlich geforscht:

  1. Zelluläre und molekulare Studien über die Rolle von Lipiden bei der Neurodegenera-tion des Hirns.
  2. Mögliche Therapien der Hirn-Neurodegeneration und von Alzheimer im Zusammen-hang mit Fetten sollen formuliert und in in vivo-Modellen geprüft werden
  3. Modifizierte Fett-Diäten zur Verlangsamung und eventuellen Prävention von Alzheimer in Menschen sollen in vivo getestet werden.

Projekt-Referenz: QLK1-2002-00172 (LIPIDIET) http://www.lipidet.org
Projekt-Kontakt: Dr. Tobias Harmann
Center for Molecular Biology Heidelberg (ZMBH)
University of Heidelberg
Im Neunheimer Feld 282
D-69120 Heidelberg, GERMANY
Phone: +49 6221 54 6844; Fax: +49 6221 54 5891
e-mail: tobias.hartmann@umbh.uni-heidelberg.de

 

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