O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
KEG
CONSULTING AGENCY

A-1180 Wien, Kreuzgasse 79

Tel.+Fax: 01/470 35 86
e-mail: keg@pfannhauser.at

FLAIR-FLOW 4 is supported by the European Commission within the 5th Framework Programme under the Quality of Life and Management of Living Resources, Key Action 1. It comprises a network that disseminates food research results to consumer groups, health professionals and the food industry in 24 European countries.

 

FFE 611-03-SME 77

 

Phytoöstrogene und Osteoporosevorbeugung

Phytoöstrogene haben bei Tieruntersuchungen positive Effekte auf Knochengewebe und bei der Osteoporosevorbeugung gezeigt. Allerdings sind noch einige sorgfältige Studien am Menschen erforderlich, ehe allgemeine Empfehlungen gegeben werden können. Dies war das abschließende Urteil einer unlängst beendeten konzertierten Aktion namens VENUS, über die Flair-Flow bereits berichtet hat (siehe Kurzbeschreibung 422/01/SME14).
Phytoöstrogene (PÖ's) sind eine Gruppe natürlicher -in vielen Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft enthaltene- Substanzen, welche nach der Aufnahme bei Menschen in Substanzen mit östrogen-ähnlichen Wirkungen ungewandelt werden.
Das VENUS Team hat eine Datenbank von PÖ's in europäischen Diäten eingerichtet. Die Datenbank enthält fast 300 der gebräuchlichsten Nahrungsmittel in Europa. Folgende PÖ's werden berücksichtigt: Isoflavone (Genistein und Diazein), Coumestrin, Formononetin, Biochanin A und Lignane. Diese finden sich in vielen pflanzlichen Lebensmitteln, vor allem in Soja, aber auch in Bohnen, Nüssen und einigen Getreidesorten.
An Hand der Informationen der Datenbank und der diätetischen Nahrungsaufnahme in verschiedenen Ländern wird eine PÖ-Aufnahme von weniger als 1 mg/Tag geschätzt. Dieser Wert ist sehr niedrig im Vergleich zu 20 - 100 mg/Tag in Asien und dem angenommen Bereich für eine physiologische Wirkung von 60 - 100 mg/Tag.
Bioverfügbarkeitsstudien bestätigen, dass Isoflavone rasch von menschlichen Körper aufgenommen werden, es wurden jedoch starke individuelle Abweichungen festgestellt, die wahrscheinlich auf die Variabilität in der Darmmikroflora, in der Diät und im Metabolismus zurückzuführen sind.
Isoflavone kommen überwiegend in Sojaprodukten vor, die in Europa nicht sehr verbreitet sind und es könnte sich als schwierig herausstellen, mit einer europäischen Diät eine adäquate Menge davon aufzunehmen. Deshalb entwickelte das VENUS-Team verschiedene Menüs mit Sojaanteilen, welche deutlich zu einer Steigerung der PÖ-Aufnahme führen können.
Im Rahmen des kürzlich begonnenen Projektes "PHYTOS" forschen die Projektmitglieder nach den fehlenden Bindegliedern der Ergebnisse, die beim VENUS-Projekt identifiziert wurden. Das Hauptziel dieses neuen Projektes besteht darin, einen eindeutigen wissenschaftlichen Beweis für die Wirkungen von Soja-Isoflavonen auf Osteoporose-Anzeichen bei Frauen nach der Menopause zu erbringen.

Projekt Nr. FAIR-PL98-4456 (VENUS) (www.venus-ca.org)
Projektkoordinator Prof. Francesco Branca
Istituto Nazionale di Ricerca per gli Alimenti e la Nutrizione;
Via Ardeatina 546; IT-00179 Rom, ITALIEN
Tel.: +39 06 5032421; Fax: +39 06 5031592
Email: f.branca@agora.it
http://inn.ingrm.it/Ricerca/scheletro/scheletro.htm

Österreichischer FFE-4 Netzwerkleiter:

O. Univ. Prof. Dr. Werner Pfannhauser
Institut für Lebensmittelchemie und -technologie
TU Graz
Petersgasse 12/2
A-8010 Graz
Tel.: 0316/873 6471
Fax: 0316/873 6971
e-mail: keg@pfannhauser.at
Internetz: http://www.pfannhauser.at