O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 613-03-HP 76

 

Die Gesundheit steckt in dem, was übrig bleibt!

Das Abwasser von der Olivenölproduktion könnte als eine Quelle wertvoller bioaktiver Antioxidantien genützt werden, die möglicherweise einen schützenden Einfluss auf die menschliche Gesundheit haben.
Es ist bekannt, dass Oliven und Olivenöl, im speziellen das Olivenöl Extra vergine eine Reihe bioaktiver Inhaltsstoffe enthalten, die eventuell einen positiven Effekt auf die Gesundheit ausüben. Zum Beispiel sind phenolische Stoffe wie Flavonoide antioxidativ wirksam. Verschiedene epidemiologische Studien haben gezeigt, dass die tägliche Aufnahme sehr kleiner Mengen Flavonoide das Risiko von koronaren Herzkrankheiten reduzieren kann.
Ein Team südeuropäischer Wissenschaftler entwickelte einen Prozess, um natürliche Antioxidantien aus dem Wasser, das zum Waschen der Olivenmasse während der Olivenölproduktion verwendet wird, zu gewinnen. Neben in vitro Studien wurden Humanstudien durchgeführt, um die Absorption und die mögliche Bioaktivität von Hydroxytyrosol (HT) zu testen. HT ist eine der phenolischen Substanzen, die von den Oliven ins Abwasser übergeht. Kapseln mit Extrakten aus Abwasser, die 50mg HT enthielten, wurden hergestellt und an freiwillige Probanden während mehrerer Tage getetet. Die Absorption von HT wurde mittels Bestimmung der Ausscheidung von HT und dessen Metaboliten im Urin gemessen, einer sehr effizienten Methode zur Bestimmung der Bioverfügbarkeit eingenommener Substanzen. Wissenschafter beobachteten, dass die Produktion von Serum Thromboxan B2 (ein Index für die Tendenz des Blutes zu gerinnen) nach der Einnahme der Kapseln markant zurück ging, was zeigt, dass HT die Aktivität des Blutplättchen-Cytogenase-Systems hemmt. Diese Wirkung ist vergleichbar mit derjenigen von Aspirin.
In einem anderen Teilprojekt wurde der Abwasserextrakt einem fettreduzierten Joghurt beigegeben und wiederum konnte gezeigt werden, dass HT vom Körper aufgenommen wurde. Die HT-Dosis (20mg), die im Joghurt verwendet wurde, zeigte allerdings nach 3 Tagen praktisch keinen Effekt auf Thormboxan B2. Weiter Forschungsarbeiten sind daher nötig, möglicherweise basierend auf einem Dosis-abhängigen Konzept, über einen längeren Zeitraum, sowie mit verschiedenen Lebensmittelmatrices, um die Aktivität des Extraktes auf die biologischen Prozesse wie Entzündungen oder Funktionen des Endotheliums und dessen möglichen Nutzen in Functional Foods näher zu bestimmen.


Projekt Nr.: FAIR-CT97-3039 http://www.tecnoalimenti.com/ProjectEUPL963039/index.htm
Projektkoordinator: Prof Claudio Galli
Università degli Studi di Milano,
Instituto di Scienze Farmacologiche,
Via Balzaretti 9, 20133 Milano, ITALY
Tel: +39 02204881; e-mail: claudio.galli@unimi.it ; URL: http://www.unimi.it/

 

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