O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
KEG
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FLAIR-FLOW 4 is supported by the European Commission within the 5th Framework Programme under the Quality of Life and Management of Living Resources, Key Action 1. It comprises a network that disseminates food research results to consumer groups, health professionals and the food industry in 24 European countries.

 

FFE 614-03-HP 77

 

Neues aus der Knochenforschung


Phytoöstrogene sind nicht steroidale Stoffe, die natürlicherweise in Pflanzen und speziell in Soja vorkommen. Sie verhalten sich bezüglich der Östrogenbindungsstellen kompetitiv mit den zirkulierenden Östrogenen der meisten Säugetiere.

Phytoöstrogene (PÖ) könnten zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit beitragen und eine mögliche Alternative zur Hormonersatztherapie (HET) in der Vorbeugung von Osteoporose und anderen mit der Menopause verbundenen Leiden darstellen.
Flair-Flow hat die Aktivitäten der konzertierten Aktion Venus bereits in einem früheren one-pager (HP20) beschrieben. Nun ist das Projekt beendet und es gibt einige Resultate zu berichten.
Die Hauptziele von Venus waren:


Das Projekt entwickelte eine Datenbank mit den Gehalten der PÖ Isoflavone, Lignan und Coumestan in Lebensmitteln und konnte zeigen, dass in fünf europäischen Ländern, für die Daten verfügbar waren, die Aufnahme an Isoflavonen im Durchschnitt unter 1mg/Tag liegt. Die typisch asiatische Diät enthält zwischen 20-100mg/Tag, wobei physiologische Effekt bei einer Aufnahme zwischen 60-100mg/Tag beobachtet werden konnten.
Speisepläne wurden entwickelt, um die Aufnahme von PÖ zu erhöhen, indem Lebensmittel und Rezepte aus Südostasien verwendet, sowie auf Soja basierende Produkte und mit Phytoöstrogenen angereicherte Lebensmittel eingesetzt wurden.
Des Weiteren wurde eine Literaturrecherche über die Bioverfügbarkeit und die Effekte von PÖ bei in vitro Studien sowie bei Tier und Mensch durchgeführt. In vitro Studien haben bis heute eher widersprüchliche Resultat ergeben, aber die Resultate aus den Tierstudien zeigen im Allgemeinen, dass PÖ einen mässigen, positiven Effekt auf das Knochengewebe ausüben. Die Studien am Menschen sind erst in der Anfangsphase und mehr Resultate über den vermuteten positiven Einfluss von PÖ auf die Knochenmasse sind notwendig, bevor eine erhöhte Einnahme von PÖ für die Osteoporoseprävention empfohlen werden kann.
Weiterführende Aktionen aus dem Venusprojekt sind:

Projekt Nr.: FAIR-PL98-4456 (VENUS) www.venus-ca.org
Projektkoordinator: Prof Francesco Branca
Istituto Nazionale di Ricerca per gli Alimenti e la Nutrizione (INRAN)
Via Ardeatina, 546; 00178 Roma, ITALY
Tel: +39 (0)6 51494 571/521; Fax: +39 (0)6 51494 550
E-mail: f.branca@agora.it
URL: http://inn.ingrm.it/Ricerca/scheletro/scheletro.htm

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