O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FLAIR-FLOW 4 is supported by the European Commission within the 5th Framework Programme under the Quality of Life and Management of Living Resources, Key Action 1. It comprises a network that disseminates food research results to consumer groups, health professionals and the food industry in 24 European countries.

 

FFE 642-03-HP 87

 

Schützende pflanzliche Produkte


Zur Gruppe der Polyphenole in pflanzlichen Lebensmitteln zählen u.a. Catechine (in z.B. Kirschen, Tee, Aprikosen) und Quercetin (in z.B. Zwiebeln, Äpfeln, Tee).

Dickdarmkrebs ist in Europa einer der Hauptursachen für einen vorzeitigen Tod und ist verantwortlich für ca. 75.000 Tote pro Jahr. Ein EU-Projekt hat die potentielle Funktion phenolischer Substanzen, sog. Polyphenole, die in pflanzlichen Lebensmitteln und Getränken vorkommen, im Hinblick auf die Prävention einer Darmkrebsentwicklung untersucht. Die Resultate liefern Fachkräften im Gesundheitssektor zusätzliche Beweise, um Personen anzuhalten mehr Früchte und Gemüse zu konsumieren.
Die Hintergründe des "Polybind" Projektes wurden bereits in einem früheren Flair-Flow Dokument vorgestellt (FFE 514/02/HP43). Nun können die wichtigsten Ergebnisse des Projektes präsentiert werden.
Eines der Hauptergebnisse ist das Handbuch für Polyphenolanalysen. Das Projekt hat ganz wesentliche Fortschritte gemacht im Verständnis von Aufnahme und Metabolisierung vieler dieser Substanzen, einschließlich Quercetin.
Ein wesentlicher Teil des Projektes galt der Prüfung der Implikationen von in vitro Ergebnissen über die potentielle karzinogene Wirkung von Polyphenolen in Tier- und Humanmodellen. Die Wissenschafter wählten zwei Untersuchungsmodelle:

Für das erste Modell konnten die Forscher frühere Erkenntnisse nicht bestätigen, dass Schwarztee einen statistisch signifikanten Blockierungseffekt auf die Entwicklung kolorektaler Karzinome beim Menschen habe. Allerdings gilt es festzuhalten, dass die Studie nur den kurzfristigen Konsum von Tee untersuchte, die Effekte eines längerfristigen Schwarzteekonsums gilt es noch zu untersuchen.
Für das zweite Modell folgerten die Forscher, dass komplexe Polyphenole aus Rotwein einen schützenden, die Kolonkarzinogenese unterdrückenden Effekt aufweisen. Soweit die Belastung mit intestinalen Karzinogenen eine moderate Reaktion im Hinblick auf die Tumorentwicklung verursachte, war dies gegeben, nicht aber sobald eine grosse Zahl an Tumoren von Chemikalien ausgelöst wurde.
Die Wissenschafter folgerten, dass eine erhöhte Polyphenolaufnahme mit dem Konsum von an diesen Substanzen reichen Früchten und Gemüse, oder der Einnahme von Supplementen, zur Vorbeugung, aber nicht zur Behandlung von Darmkrebs beitragen könnte.

Projekt Nr.: QLK1-1999-00505 (POLYBIND) http://www.ifr.ac.uk/polybind/
Projektkontakt: Mrs Christine Hill, POLYBIND Dissemination Officer
Diet, Health and Consumer Science Division, Institute of Food Research
Norwich Research Park, Colney
Norwich, Norfolk NR4 7UA, UK
Tel: +44 (0)1603-255000; Fax: +44 (0)1603-507723
e-mail: christine.hill@bbsrc.ac.uk

 

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