O.Univ.Prof. Dr.
Werner Pfannhauser
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FFE 660-03-HP 93

 

Zusammenhang von Ernährung und Adipositas im Kindesalter


Adipositas im Kindesalter kann mit psychosozialem Stress einhergehen und sich nachteilig auf die Entwicklung von Herzkreislauf-Risikofaktoren wie Dyslipidämie, arterieller Bluthochdruck und Glukoseintoleranz auswirken.

Von Studien in ganz Europa ist bekannt, dass die Prävalenz von schwerem und schwerstem Übergewicht (Adipositas) im Kindesalter zunimmt. Zu den schwerwiegenden Folgen zählen die verminderte Lebensqualität der Betroffenen und die Belastung des Gesundheitswesens und Sozialsystems. Die Untersuchungen im Rahmen des Chopin-Projektes dienen deshalb auch der Entwicklung von wirkungsvollen Strategien zur Vermeidung von Übergewicht in jungen Jahren.
Die genetische Veranlagung einer Person spielt zwar für die Entstehung von Adipositas eine gewisse Rolle, aber von grosser Bedeutung sind bekanntermassen Lebensstilfaktoren. Es wird zudem angenommen, dass das Nährstoffangebot im Kleinkindalter einen bleibenden programmierenden Effekt im Hinblick auf ein späteres Risiko für Adipositas hat.
Mit Formulanahrung ernährte Kleinkinder haben im Vergleich zu gestillten Kindern eine höhere Wahrscheinlichkeit adipös zu werden. Es konnte eine dosisabhängige Wirkung wissenschaftlich festgestellt werden. Je länger gestillt wurde, umso geringer das spätere Risiko adipös zu werden. Ein möglicher Grund könnte der relativ höhere Proteingehalt einiger Formulanahrungen im Vergleich zu Brustmilch sein. Das Chopin-Projekt wird diese Theorie prüfen.
Das Projekt beinhaltet u. a. eine randomisierte doppelblind Multicenter Interventionsstudie mit gesunden Kindern aus fünf Europäischen Ländern. In dieser Studie werden isokalorische Formulanahrungen verglichen, die entweder einen hohen oder geringen Proteingehalt bei angepasstem Fettgehalt aufweisen. Er wird auch der Einfluss verschiedener Ernährungsweisen anhand eines neuartigen anthropometrischen Markers verglichen, nämlich wie sich die Differenz zwischen Körperlänge im Alter von 2 Jahren und zum Zeitpunkt der Geburt in Bezug auf eine spätere Adipositasentwicklung verhält. Zu den weiteren Messgrössen zählen: Körperzusammensetzung, Energieverbrauch, Proteinstoffwechsel, Nierenfunktion, Leptin und Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor-1.
Die Ergebnisse des Projektes sollten nicht nur die Vorteile des Stillens unterstreichen, sondern auch eine Grundlage zur Entwicklung neuer Kindernahrungen liefern indem sie einen erneuten Anreiz bieten, Formulanahrungen mit adäquatem Proteingehalt zu produzieren. Die Projektwebsite bietet Fachkräften im Gesundheitssektor spezifische für die Beratung nützliche Informationen zu Fragen der Kleinkinderernährung.
Es wurden bereits Babys rekrutiert, die nun während den ersten beiden Lebensjahren im Rahmen des Projektes untersucht werden. Es ist geplant diese Kohorte bis zum 8. Lebensjahr zu verfolgen, um wichtige Rückschlüsse zu erlauben.
Die Studie endet 2005. Im Juli 2004 findet ein grosses Cluster-Meeting zum Thema "Perinatal Nutrition and its later Consequences: New Opportunities" statt.

Projekt Nr.: QLK1-2001-00389 (CHOPIN); http://www.childhood-obesity.org/index.php
Projektkontakt: Ms. Julia Rosen
University of Munich; Div Metabolic Disorders and Nutrition
Lindwurmstrasse 4; D-80337 Munchen, GERMANY
E-mail: jrosen@med.uni-muenchen.de; margaret@ashwell.uk.com

 

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